Papiertüten sind keine ökologischere Alternative

Unzureichend ist außerdem, dass sich die Vereinbarung auf Plastiktüten beschränkt. Stattdessen hätten alle Einwegtüten, das heißt auch Papiertüten, kostenpflichtig werden müssen. Die Reduktion der Plastiktüten zwischen 2012 und 2018 war auch nur deswegen so stark, da viele Unternehmen einfach von Plastik- auf Papiertüten umgestiegen sind bzw. nur noch Papiertüten anbieten. Dabei sind Papiertüten gesamtökologisch keine bessere Alternative zur Plastiktüte, auch wenn Papiertüten ein Öko-Image haben. Auch braune Papiertüten sind nur selten aus Altpapier und in der Regel einfach nur ungebleicht. In der Produktion für „frisches Papier“ werden sehr viel Holz, extreme Mengen an Energie und Wasser sowie auch Chemikalien für Klebematerial und Druckfarben benötigt. Es gibt verschiedene Ökobilanzen zu Tragetaschen, die schwer zu vergleichen sind, aber alle zum gleichen Ergebnis kommen: Die Papiertüte hat eine schlechtere Umweltbilanz!

Um bewerten zu können, ob die Reduktion der Plastiktüten auf 24 Stück einen ökologischen Vorteil gebracht hat oder ob dieser durch den starken Anstieg der Papiertüten-Produktion zunichte gemacht wird, müssten auch Daten zu Einwegtragetaschen aus Papier veröffentlicht werden. Dies wäre auch gut möglich, würde das Umweltministerium darauf bestehen. Bisher werden jedoch keine Daten veröffentlicht und Umweltministerium und Handelsverband berufen sich darauf, dass die EU-Verpackungsrichtlinie sich nur auf Plastiktüten bezieht. Ökologisch ist das viel zu kurz gedacht.

Quelle: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/ressourcenschonung/kunststoffe-und-bioplastik/plastiktueten.html


Quelle: https://www.planet-wissen.de/video-muellmythos--papiertueten-sind-besser-als-plastiktueten-100.html